Heute vor 35 Jahren flog die Raumsonde Galileo auf dem Weg zum Jupiter am Asteroiden Gaspra vorbei; damit war sie der erste Raumflugkörper überhaupt, der einen Asteroiden besuchte. Gaspra wurde schon 1916 von dem russischen Astronomen G. N. Neuimin entdeckt, der ihn nach einem am Schwarzen Meer gelegenen Erholungsort benannte.
Galileo passierte den Asteroiden in einer Entfernung von 1.600 km bei einer Relativgeschwindigkeit von etwa 8 km/s (28.800 km/h). Sie übermittelte 57 Aufnahmen zur Erde, die ca. 80 % des Asteroiden abbilden. Da die Position von Gaspra vor der Begegnung nur auf etwa 200 km genau bekannt war, hätte Galileo bei einer Entfernung von weniger als 70.000 km nicht mehr gewusst, in welche Richtung die Kamera ausgerichtet werden müsste, um den Asteroiden zu erfassen. Darum kam ein neuartiges Navigationsverfahren zum Einsatz: Anhand von Aufnahmen während der Annäherung an Gaspra konnte die Unsicherheit hinsichtlich der Position des Asteroiden verringert werden, sodass Bilder aus einer Entfernung von bis zu 5.300 km aufgenommen werden konnten. Selbst bei dieser geringsten Distanz war aber die Position noch nicht präzise genug bekannt; daher erstellte die Kamera ein Mosaik aus 51 Einzelaufnahmen, um sicherzustellen, dass Gaspra auf mindestens einem der Bilder zu sehen wäre.

