Heute vor 65 Jahren reichte der Verkehrspsychologe Karl Peglau beim Ministerium für Verkehrswesen der DDR den Vorschlag ein, dass jede Verkehrsteilnehmergruppe eine eigene Ampel bekommen solle. Er entwickelte besondere Zeichen für Fußgängerampeln, die das Sinnbild eines stehenden bzw. gehenden Fußgängers zeigen, die Ost-Ampelmännchen.
Der Entwurf der Figuren folgte sowohl psychologischen, produktionstechnischen als auch ideologischen Überlegungen. So sollten die Figuren mit ihrer Knollennase, dem Hut und ihrem Bauchansatz sympathisch wirken, gleichzeitig sollte so die Lichtfläche vergrößert werden. Besonders Kinder und ältere Menschen ließen sich von den anschaulichen Sinnbildern in ihrem Verhalten beeinflussen.
Peglau war sich zunächst unsicher, ob er seinen Figuren einen Hut aufsetzen solle, da dieser als kapitalistisches Symbol hätte gedeutet werden können. Nachdem er Erich Honecker in einem Fernsehauftritt mit Strohhut gesehen hatte, entschied er sich schließlich dafür. Außerdem kam es nach einer Umfrage zu einem ideologisch motivierten Richtungswechsel des grünen Männchens, das von nun an von rechts nach links laufen sollte; auf den heutigen AMPELMANN-Produkten läuft es wieder nach rechts.
Acht Jahre später wurden die Ampeln nach verschiedenen fachlichen, wissenschaftlichen und staatlichen Prüfungen erstmals in Ost-Berlin an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße eingesetzt; hier die Kreuzung vor dem Ampelmännchen:
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-F0105-0033-001 / Demme, Dieter, CC BY-SA 3.0 DE
Foto: AMPELMANN GmbH, CC BY-SA 4.0