Fakt des Tages

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Oktober 2026

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Heute vor 65 Jahren reichte der Verkehrspsychologe Karl Peglau beim Ministerium für Verkehrswesen der DDR den Vorschlag ein, dass jede Verkehrsteilnehmergruppe eine eigene Ampel bekommen solle. Er entwickelte besondere Zeichen für Fußgängerampeln, die das Sinnbild eines stehenden bzw. gehenden Fußgängers zeigen, die Ost-Ampelmännchen.

Der Entwurf der Figuren folgte sowohl psychologischen, produktionstechnischen als auch ideologischen Überlegungen. So sollten die Figuren mit ihrer Knollennase, dem Hut und ihrem Bauchansatz sympathisch wirken, gleichzeitig sollte so die Lichtfläche vergrößert werden. Besonders Kinder und ältere Menschen ließen sich von den anschaulichen Sinnbildern in ihrem Verhalten beeinflussen.
Peglau war sich zunächst unsicher, ob er seinen Figuren einen Hut aufsetzen solle, da dieser als kapitalistisches Symbol hätte gedeutet werden können. Nachdem er Erich Honecker in einem Fernsehauftritt mit Strohhut gesehen hatte, entschied er sich schließlich dafür. Außerdem kam es nach einer Umfrage zu einem ideologisch motivierten Richtungswechsel des grünen Männchens, das von nun an von rechts nach links laufen sollte; auf den heutigen AMPELMANN-Produkten läuft es wieder nach rechts.

Acht Jahre später wurden die Ampeln nach verschiedenen fachlichen, wissenschaftlichen und staatlichen Prüfungen erstmals in Ost-Berlin an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße eingesetzt; hier die Kreuzung vor dem Ampelmännchen:

Ein Schwarz-Weiß-Foto der verschneiten Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße im Winter 1967: Vorn links steht auf einem dicken Pfahl eine erhöhte Verkehrskanzel mit Fenstern und vorkragendem Dach, in der ein Mann mit Schirmmütze an einem Pult sitzt; eine schmale Leiter führt zu ihr hinauf. Darunter hängt an der Straßenecke eine kleine Ampel. Auf der Fahrbahn fahren ein heller Reisebus und davor ein dunkles Auto, im Vordergrund liegen ein Geländer und ein Pflanzkübel mit verschneiten Sträuchern. Dahinter erstreckt sich ein langer, mehrgeschossiger Neubau mit gerasterter Fassade, rechts säumt eine Reihe kahler Bäume und Straßenlaternen die Straße. Am unteren Rand steht auf weißem Streifen „Bundesarchiv, Bild 183-F0105-0033-001“ und „Foto: Demme, Dieter | 3. Januar 1967“. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-F0105-0033-001 / Demme, Dieter, CC BY-SA 3.0 DE

Die beiden Ost-Ampelmännchen leuchten nebeneinander vor schwarzem Grund. Links das grüne im Profil, mit Hut und Knollennase, das mit weit ausgreifenden Beinen und vorgestrecktem Arm nach rechts geht; rechts das rote, von vorn, mit Hut und waagerecht ausgebreiteten Armen. Beide Leuchtflächen sind von einem Netz feiner, sich kreuzender Linien der Streuscheibe durchzogen und zur Mitte hin gelblich aufgehellt. Foto: AMPELMANN GmbH, CC BY-SA 4.0